Sperling-Masken

Über mich

Schon als im Rheinland aufwachsende Jugendliche war ich fasziniert vom Karneval, vom Verkleiden und vom Theaterspiel. Außerdem lag mir alles, was wir im Kunstunterricht lernten. Aber nie hätte ich so etwas zum Beruf machen dürfen , und so wurde ich Lehrerin für Fremdsprachen und übte den Beruf 25 Jahre lang aus.

Aber dann war es genug, und ich war froh, Zeit zu haben für mein wirklich interessantes und viel Ruhe und Geduld erforderndes Hobby: das Herstellen von Masken aus Papier Maché. Und der Reiz liegt nicht nur im Herstellen, sondern vor allem auch darin, diese Masken zum Leben zu erwecken.

Das tat ich zunächst, oft zusammen mit einer Freundin, aber auch alleine, beim Carnevale di Venezia, wobei die Kostüme, die ich mir anfertigte, weit davon entfernt sind , so überladen und aufwändig daherzukommen, wie das in Venedig eigentlich 'üblich' ist. Das Kostüm ist für mich nur der Rahmen, wichtig ist mir der Ausdruck der Masken, und insofern unterscheiden sich meine Werke auch von den meist sehr glatten, ausdruckslosen Larven, die in Venedig getragen werden. Das führt dazu, dass inzwischen Fotografen und auch häufige Carnevale-Besucher mich am Stil meiner Masken erkennen, wozu auch der immer wieder gezeigte Fernsehbeitrag "Masken und Massen"von Gerd Helbig, den das ZDF im Jahre 2002 aufzeichnete, beitrug, in dem ein Interview mit mir enthalten ist. Anfang 2009 war ich beim SWR eingeladen, um an Wieland Backes' Talkshow "Nachtcafé" zum Thema 'Masken' teilzunehmen.

Da im Lauf der Zeit viele Kostüme entstanden, gründete ich vor einigen Jahre die Maskengruppe ALLEGRIA, und ich bin den Mitgliedern dieser Gruppe von ganzem Herzen dankbar, dass sie mit mir zusammen die Masken mit Leben erfüllen, denn das ist für mich noch viel schöner, als meine Werke in Ausstellungen zu präsentieren.

Herstellung der Masken aus Papier Maché

Auf einem Brett liegt ein Klumpen Ton, aus dem ich mein Maskengesicht forme. Wenn ich mit der Gestalt zufrieden bin, decke ich sie mit Haushaltsfolie sorgfältig ab. Nun klebe ich drei bis vier Schichten Packpapierstreifen, die gut mit Tapetenkleister eingestrichen sind, vorsichtig auf diese Form. Dabei wird der Ton total eingehüllt, sodass er nicht mit Luft in Berührung kommt und insofern auch zunächst nicht trocknet. Wenn alle Schichten aufgeklebt sind, streiche ich alles sorgfältig glatt.

Nun lasse ich das Werkstück drei Tage lang trocknen , dann löse ich es vom Brett und ziehe den noch weichen Ton aus der Maske heraus. Ich kann ihn für die nächste Maske wieder verwenden. Auch die Folie wird entfernt. Es werden Augenlöcher usw. ausgeschnitten, der Rand beschnitten und alle Kanten mit kleinen Papierschnipseln versäubert.

Wenn alles wieder getrocknet ist, erfolgt ein Anstrich mit weißer Dispersionsfarbe und dann die Bemalung mit Dispersions- oder Acrylfarben, die Dekoration mit Perlen etc. Zum Abschluss wird die Maske innen mit Lack oder Tapetenhaut gegen Feuchtigkeit geschützt .

Aufhänger, Gummi und kleine Polster, die das Tragen angenehmer machen sind auch noch anzubringen. Alles in allem können nun 10 -12 Stunden vergangen sein, aber oft wird es auch mehr, weil ich viele Masken mehrmals übermale, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Das dauert manchmal Wochen, bis die richtige Idee kommt. Wenn ich sicher bin, dass ich nichts mehr verändern möchte, verpasse ich der Maske eine Schutzschicht aus Bohnerwachs, Schuhcreme oder Ähnlichem.

Auf diese Weise entstehen lauter Einzelstücke, ganz selten auch einmal 2-3 recht ähnliche Masken, wenn der Ton sehr gut vom Papier getrennt werden konnte.

Die Maskenmacher in Venedig fangen auch mit einer Tonform an, übergießen diese dann mit Gips und stellen so eine Hohlform her. In diese 'Kuchenform' legen sie dann gekleistertes Spezialpapier. Insofern sind auch das Papier Maché Masken, aber aus einer Form können Hunderte von Masken gemacht werden. Insofern sind undekorierte Maskenrohlinge selbst bei den besten Maskenmachern auch nicht sehr teuer.